Aus der Arbeit des Architekten

In diesen Tagen hat sich der bekannte Kölner Architekt Johannes Schilling geoutet. Er hat die Vielzahl der Tätigkeitsbereiche eines Architekten dargestellt und untergliedert in die verschiedenen Sachbereiche. Er hat zunächst das glaubensbezogene Arbeiten genannt,Dann aber auch das unterrichtende Arbeiten,mit dem er sich an den jungen Menschen und Architekten wendet.Gefolgt von dem Tun seiner Arbeit für den Menschen und seine Bedürfnisse,etwa das Wohnen oder auch fürdie Unterbringung seiner Erzeugnisse.

Es soll nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, alle diese Aufgabenfelder im einzelnen und abzuarbeiten, wohl sollen einzelen von ihnen ihnen in ihrem Kern dargestellt werden.
Und hier ist es der „GLAUBE“mit seinen vielfältigen Fazetten und die aus ihm abgeleitete Tätigkeit des Architekten,der höchstes Interesse beanspruchen kann.Leider findet er derzeit auf einem höchst problematischen Hintergrund statt. Bekanntermaßen ist der Kirchenbesuch rückläufig. Dementsprechend steigt die Anzahl vermeintlich überzählige Kirchen.Denn das Interesse des Publikums an der Kirche schlechthin und damit auch an den Kirchen und die Notwendigkeit für diese kirchenfreundliche Lösungen zu finden,sinkt.

Bei den Lösungen ist kein konzeptionsloses Handeln gefragt sondern ein Konzeptions volles Denken, das etwa die Geschichte des Bauwerks ins Kalkül zieht. Auch die Kirchenmusik muss hier Erwähnung finden. Und die erforderliche architektonische Denke muss dann auch umgesetzt werden. Man kann nicht sagen, dass dem Architekten von heute diese Gedanken fremd sind. Zu groß ist die Anzahl gelungener Beispiele. Jedenfalls muss die neue Kirchenanlage das Erlebnis der Christlichen Gemeinschaft durch die Gläubigen in ungestörter Atmosphäre ermöglichen und dabei Betrachtung und Reflexion der künstlerischen Ausstattung mit traditioneller Kunst und neuen Werken gestatten.

Naturgemäß steht das Wort „WOHNEN“ für den Neubau und das “LAGERN“ für die Ware im Mittelpunkt architektonischer Arbeit. Beides, das Bauen für den Neubau und das Lagern für die Ware, bilden die Krönung der Arbeit des Architekten, wenn sie sich an den Gesetzen der Schönheit orientieren. Hier gibt es kein non plus ultra. Das gilt für die Notwendigkeit von Abriss und Neubau und kann einen nachmodernen Zweckbau rechtfertigen,wenn sich die baulichen Konditionen geändert haben oder die menschlichen Bedürfnisse. Dazu bedarf es keines langen Studiums, sondern eines natürlichen Gefühls. Das Objekt ist Nutzungs offen zu konzipieren und muß vielen Zwecken offenstehen.

Herwig Nowak

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