In diesen Wochen ist ein Buch erschienen, das besondere Aufmerksamkeit verdient. Zweibändig, d.h. linksrheinisch und rechtsrheinisch, analysiert das Werk unsere Heimatstadt Köln, für die es eine historia monumentalis ausmacht. Lässt schon ein solcher Titel aufhorchen, so hat es der Inhalt umsomehr verdient. Hervorragend und überreich bebildert. Schon die Krafte unserer Stadt, die Photografie, wäre einen eigenen Bildband mit dem Titel “Historia photografica“ wert. Der Textteil des Werkes gliedert sich in nicht weniger als 30 Unterabschnitte, die hier aber nur selektiv Erwähnung finden.Vielleicht bedauerlich, dass weitere für die Wirtschaft interessante Gebiete nicht Gegenstand der Betrachtung sein können. Der Inhalt des Buches ist in drei Abschnittes gegliedert (I, II,II). Zunächst jedenfalls findet die Bedeutung des Stadt im Abschnitt I ihre Darstellung. Im Abschnitt II wird die der Vermittung von Kultur und Kunst hervorgehoben. Schliesslich wird der Rheinauhafen im Abschnitt III als eine wirtschaftsnahe Einrichtung mit speziellem Kölnbezug erwähnt.
Anmerkungen zum Abschnitt I
Wir stehen im Herzen der Stadt. Vor uns der Dom, das einzige Monument, das den Krieg nahezu unbeschädigt überstanden hat. Umringt von Schutt und Asche als Überbleibsel des Krieges. Aber die Kräfte unserer Stadt waren damit nicht abgetötet. Es folgte eine Zeit des Wiederaufbaus. Die auch heute noch nicht beendet ist. Nicht dass alles, was geplant und gebaut wurde, findet die Akzeptanz der Menschen von heute. Aber es sind damals Objekte entstanden, auf die wir auch künftig stolz sein können. Hier soll zunächst der Museumsbau „Kolumba“ genannte werden, in dessen Aussenfront die Kapelle “Madonna in den Trümmern“ integriert wurde. Das ist grosse Baukunst.
Anmerkungen zum Abschnitt II
Urspünglich war der Neumarkt ein Areal, das kaufmännischen Zwecken diente. Aber nach dem Krieg siedelten sich hier kulturelle Institutionen an. Ausgangspunkt war das Britische Kulturinstitut „Die Brücke“ im Jahre 1956. Gefolgt vom dem Museum Schnütgen mit seiner kostbaren Sammlumg mittelaltericher Kunst. Ihm folgten in den folgenden Jahren das Amerikahaus,die Volkshochschule, die Zentralbibliothek und die Kunsthalle, sowie das Museum für Ostasiatische Kunst. Allesamt getragen von städtischem Impetus. Es nicht falsch, damals von Köln als als einer Kunstmetropole zu sprechen. Die Städte wie München und Düsseldorf überflügelt hatte. Aber jene Situation währte nicht lange. Schon in der Zeit ab 2002 mussten genannte Institutionen änderte sich die Situation, weil Teile der Institutionen von Köln Abschied nehmen mussten.
Erfreulicherweise gewann die Stadt an Bedeutung durch die Ansiedlung von Sprach- und Kulturinstituten. Eines der ersten war das Maison Belge, das als Begegnungsstätte von Belgien und Deuschland schon 1950 lebhaften Zuspruch erfuhr. Dabei kommen dem Maison Belge kunstbezogene wie politische Aufgaben zu, die es bis heute wahrnimmt. Dicht gefolgt wird Belgien von Frankreich, mit dem Institut Francaise. Weitere Sprach- und Kulturinstiute folgten, etwa das Italienische und das Japanische Institut. So kann man nur hoffen, dass sich diese kölnfreundliche Tendenz auch künftig fortsetzt. Über alledem darf der Westdeutsche Rundfunk nicht vergessen werden, mit seinem politischen und kulturellen Progamm wirkt er über die Stadt hinaus. In unserem Quartier sind einige architektonisch ausgefallener Bauobjekte entstanden.
Anmerkungen zum Abschnitt III
Köln war auch schon immer eine Hafenstadt. Aber der Hafen, um den es hier in erster Linie geht, der Rheinauhafen, hat seine Funktionen massgeblich geändert. Er wurde zum Wohn- und Bürostandort umfunktioniert. Gemeint sind insoweit in erster Linie die drei Kranhäuser, deren Architektur das ursprüngliche Hafenpanorama sprengen. Anders übrigens die weitere Neubauarchitektur des Hafens. Trotz der bereits genannten geänderten Aufgabenstellung dieser Häuser blieb ihr hafenbezogener Charakter erhalten. So daß ihre Umnutzung nicht negativ zu Buche schlägt. Der Funktion nach weiten sich neben der bereits genannten Wohnungsnutzung gastronomische und museale Nutzungen aus.Von besonderer Bedeutung für das Publikum ist das Schokoladenmuseum aber auch das Museum des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Herwig Nowak